Beten und Trinken

Mein Name ist Günter Kröger und ich gehöre seit ca. 2 Jahren zur Christus-Gemeinde. Zur Zeit betreue ich ganztätig meine Mutter, die seit einigen Jahren auf Pflege angewiesen ist. Meine Geschichte ist eng mit ihrer Situation verknüpft, denn ohne sie hätte ich wohl nie aufgehört zu trinken. Ich war ein starker Alkoholiker. Fast 30 Jahre lang habe ich „schwer gesoffen“ und das täglich. Schon seit meinem 14. Lebensjahr habe ich regelmäßig getrunken, zuerst nur am Wochenende, dann immer häufiger. Zu meiner Konfirmation hatte ich fest beschlossen: „Das einzige, was ich nicht verlieren möchte, ist Jesus Christus“. Ich betete und las die Bibel – trotz meiner Alkoholsucht. 1989 war ich zu einer Entziehungskur, die ich jedoch abgebrochen habe. Und so trank ich weiter.

 

Trocken

Im Dezember 2000, nach dem Tod meines Vaters, habe ich mich entschlossen, meine Mutter ganztätig zu betreuen. Da wurde mir bewusst, dass ich diese Aufgabe nicht erfüllen kann, wenn ich weiter trinke. Aber wenn ich ehrlich bin, damals habe ich selbst kaum daran geglaubt, das Trinken aufgeben zu wollen. Ich betete: „Ohne dich, Jesus, schaffe ich das nicht!“ Ich habe Verantwortliche meiner ehemaligen Gemeinde gebeten, mit mir gemeinsam Gott darum zu bitten und mich zu begleiten. Seit dem bin ich trocken. Das ist jetzt 1 ½ Jahre her und ist für mich das Größte. Aber ich habe es nicht allein geschafft. Gott hat sich so viel Mühe mit mir gegeben. Ich habe Gott in dieser Sache 100% gebraucht und habe von ihm 100% bekommen. Jetzt weiß ich, trinken lohnt sich nicht. Eine Sekunde Wohlgefühl kostet 72 Stunden körperliches und seelisches Unwohlsein. Man schafft sich damit das eigene Chaos.

 

Heute

Heute pflege ich meine Mutter, so, dass es ihr körperlich und seelisch gut geht. Ich versuche, ihre Selbstständigkeit zu erhalten, wo es geht. Und irgendwie pflegt sie auch mich, denn ohne die Aufgabe, sie zu betreuen, hätte ich wohl nie die Notwendigkeit gesehen, das Trinken aufzugeben. Auch wenn ich mal ungeduldig werde, an Gott festhalten, am Gebet und am Bibel Lesen, das halte ich für das Wichtigste, egal in welcher Situation ich mich befinde.

Wir können darüber reden, sonntags in der Christus-Gemeinde in Bremen im Standort Vahr.
Günter Kröger