15. August 2021

Sommer ABC – Abrechnung

Prediger/in:
Predigtreihe:

Wir alle haben unsere Erfahrungen gemacht mit Verletzungen und ungerechter Behandlung. Josef im Alten Testament kannte sich mindestens so gut damit aus wie jeder andere. Aber er scheint ein Geheimnis zu kennen, um nicht zu verbittern und auf Rache zu hoffen. Er verhält sich wie jemand, der tatsächlich davon überzeugt ist, dass Gott in jedem Moment bei ihm ist.

1.Mose 41
55 Doch auch in Ägypten begannen die Menschen schließlich zu hungern. Sie flehten den Pharao um Nahrung an und er sagte zu ihnen: »Geht zu Josef und tut, was er euch sagt.«

1.Mose 42
1 Als Jakob hörte, dass es in Ägypten Getreide gab, sagte er zu seinen Söhnen: »Warum steht ihr hier untätig herum und schaut euch an? 2 Ich habe gehört, dass es in Ägypten Getreide gibt. Reist dorthin und kauft etwas für uns, bevor wir alle verhungern.« 3 So machten sich zehn von Josefs Brüdern auf den Weg nach Ägypten, um Getreide zu kaufen.

1.Mose 42
6 Josef herrschte über ganz Ägypten und jeder, der Getreide kaufen wollte, musste zu ihm gehen. So kamen auch seine Brüder zu ihm. Sie verneigten sich tief vor ihm.
7 Josef erkannte sie sofort, ließ sich aber nichts anmerken. »Woher kommt ihr?«, fragte er ungnädig. »Aus dem Land Kanaan«, antworteten sie. »Wir sind gekommen, um Getreide zu kaufen.« 8 Seine Brüder erkannten ihn nicht, aber Josef erkannte sie.

1.Mose 45
3 »Ich bin Josef«, sagte er zu seinen Brüdern. »Lebt mein Vater noch?« Doch seine Brüder waren fassungslos und brachten kein Wort heraus. 4 »Kommt her zu mir!«, sagte er. Sie kamen näher. Und wieder sagte er: »Ich bin euer Bruder Josef, den ihr nach Ägypten verkauft habt

1.Mose 45
5 Aber macht euch deswegen keine Vorwürfe. Gott selbst hat mich vor euch her geschickt, um euer Leben zu retten.

1.Mose 45
9 Kehrt schnell zu meinem Vater zurück und sagt ihm: `Dies lässt dir dein Sohn Josef sagen: Gott hat mich zum Herrn über ganz Ägypten gemacht. Komm schnell herab zu mir! Zögere nicht! 10 Du kannst in der Provinz Goschen wohnen, damit du in meiner Nähe bist, du und deine Kinder und Enkelkinder, deine Schaf- und Rinderherden und dein ganzer Besitz. 11 Ich werde für euch sorgen, damit du und deine Familie nicht verarmen, denn es liegen noch fünf Jahre des Hungers vor uns.´«

1.Mose 50
15 Weil nun ihr Vater tot war, bekamen Josefs Brüder Angst. »Was ist, wenn Josef uns feindlich gesinnt ist und sich jetzt für all das Böse rächt, das wir ihm angetan haben?«, sagten sie. 16 Deshalb schickten sie Josef folgende Nachricht: »Bevor dein Vater starb, wies er uns an 17 dir zu sagen: `Deine Brüder haben dir übel mitgespielt. Vergib ihnen doch das große Unrecht von damals.´ Deshalb bitten wir dich uns zu vergeben. Wir dienen doch demselben Gott wie unser Vater.« Als Josef die Nachricht erhielt, musste er weinen. 18 Dann kamen seine Brüder und fielen vor ihm nieder. »Wir sind deine Diener«, sagten sie. 19 Aber Josef sagte zu ihnen: »Habt keine Angst vor mir. Bin ich etwa an Gottes Stelle?
20 Was mich betrifft, hat Gott alles Böse, das ihr geplant habt, zum Guten gewendet. Auf diese Weise wollte er das Leben vieler Menschen retten.

1. Wie würde man sich verhalten, wenn man total davon überzeugt wäre, dass Gott mit einem ist?
2. Wie würde jemand sich verhalten, der schlecht behandelt wurde, wenn er weiß, dass Gott mit ihm ist?
3. „Bin ich etwa an Gottes Stelle?“

Fragen zum Weiterdenken:
1. “Rache ist süß”, sagt man. Was will dieses alte Sprichwort eigentlich genau ausdrücken? Stimmst du zu? Warum, bzw. warum nicht?

2. Als die Brüder mit der Bitte um Getreide vor Josef knien hat er die Gelegenheit, endlich Rache zu nehmen. Warst du mal in einer ähnlichen Situation? Wie fühlte sich das an?

3. Die zentrale Frage, die das Leben von Josef aufwirft, ist: wie würde man sich verhalten, wenn man felsenfest davon überzeugt ist, dass Gott bei einem ist? Wie würde sich jemand verhalten, der schlecht, ungerecht behandelt wurde, wenn man überzeugt ist, dass Gott bei einem ist?

4. In 1.Mose 50,15-20 finden wir Josefs ‘Philosophie’: “Bin ich etwa an Gottes Stelle”? Wie können wir es Gott überlassen, für Gerechtigkeit zu sorgen anstatt selbst Gott zu spielen, indem wir uns an denen rächen, die uns verletzt haben?

5. Gott selbst gibt uns nicht, was wir verdienen, sondern das Kreuz ist das Symbol überhaupt dafür, das wir gerade das bekommen, was wir nicht verdienen. Wir bekommen nicht Gerechtigkeit (gerechte Strafe) sondern Gnade. Wie kann uns das Kreuz gerade in unserem Umgang mit denen, die uns verletzt haben, prägen? Welche Schritte willst du konkret als nächstes unternehmen?

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